10. Von Darwin nach Alice Springs


Auf dem Weg nach Süden Richtung Alice Springs (schlappe 1.500km) bleiben wir zunächst nochmal 3 Nächte auf einem Campground bei Palmerston, nur 25 km südlich von Darwin, wo wir etwas verschnaufen.

Wir treffen dort wieder auf Grant (ebenfalls Explorer Wohnmobil und zwei Dackel, hier „sausage dogs“ genannt) und beschließen, zusammen zurück nach Darwin zu fahren und dort den Mindil Beach Sunset Market zu besuchen. Für uns eine Reminiszenz an unsere erste Reise nach Australien, wo wir unsere Reise praktisch auf diesem Markt begonnen haben. Auf dem Sunset Market treffen sich tausende Einheimische und Touristen, um mit Speis und Trank vom Markt den berühmten Sonnenuntergang am Strand zu genießen.

Sundowner bei Grant
Der quirlige Mindil Beach Sunset Market
Zum Sonnenuntergang füllt sich der Strand …
… und auch wir sind schon gespannt
Hier erstaunlicherweise populär: ein Kamelritt am Strand
Besonderheit hier: sobald die Sonne weg ist, klatschen alle Zuschauer


Am dritten Abend auf dem Campground besucht uns ein aufdringliches Opossum, das wir am Abend davor schon mal um unser Auto haben schleichen sehen. Diesmal sitzen wir noch draußen und der kleine Racker läuft ohne Scheu auf Monika zu und klettert zu ihr auf ihren Stuhl um zu betteln. Wir sind ziemlich perplex und opfern etwas Brot und Nüsse für den an sich sehr netten, aber aufdringlichen Gast.

„Susses oder Saures!“ (die Bilder sind grottig, aber zur Erinnerung)
Echt frech der Kleine!


Nach etwa 300 km stoppen wir und machen eine Wanderung zu den Edith Falls (im Nitmiluk NP), wo drei kleine Wasserfälle jeweils Schwimmteiche bzw. Gumpen speisen. Am oberen Pool gehen wir schwimmen. Man kann dort zum Wasserfall schwimmen und sich dann mit der Strömung ein Stück weit treiben lassen, was richtig Spaß macht. Weil es so schön war, übernachten wir in der Nähe und wandern am nächsten Morgen gleich nochmal zum Schwimmen dorthin.

Der Teich ganz unten
Auf dem Weg nach oben …
… mit Ausblicken über das weite Land
Gumpen oben, einfach schön
Monika hat alles im Griff …
… Georg treibt ab 😉


Es geht vorbei an Katherine und wir übernachten nochmal in Mataranka bei den Bitter Springs und gehen dort auch wieder in dem warmen Pool baden, allerdings erst später am Abend, da es dort wegen der Ferien ziemlich zugeht. Trotzdem wieder wunderbar!


Dann folgt eine Übernachtung bei einem „must see“ auf dem Stuart Highway, dem Daly Waters Historic Pub Roadhouse (eröffnet 1930). In dem mehr als skurrilen Pub, in dem unzählige Gäste angefangen von Nummernschildern, über Kappen und T-Shirts bis hin zu BH’s alle erdenklich möglichen persönlichen Gegenstände zurückgelassen haben. Diese bilden eine teils lustige, teils etwas befremdliche, überbordende Dekoration. Rund um das Pub mit Biergarten und den angeschlossenen Campingplatz gibt es u.a. Flugzeugwracks (eines mit Toiletten statt Sitzen drin), historische Fahrzeuge, freilaufende Esel und Pferde zu bestaunen. Nachmittags und abends gibt es Livemusik. Der Laden brummt.

Vor dem Pub trinken wir ein Bier und unterhalten uns mit einem schweizer Paar
Innen gibt es nachmittags und abends Livemusik
Die Umgebung ist ziemlich abgefahren …
… das Pub innen irgendwie auch


An den Devils Pebbles machen wir den nächsten Stop und wandern eine kleine Runde durch die hübschen Felsen und sehen uns eine historische Telegraphenstation an, vor der bestimmt hundert der hübschen, aber lauten Gala’s im Gras nach Samen suchen. Die transaustralische Telegrafenlinie von Port Auguste im Süden nach Darwin im Norden (etwa 3.200km) wurde 1872 fertiggestellt. Man brauchte etwa alle 300km eine solche Station. Der Nachrichtenaustausch mit London verkürzte sich dadurch von mehreren Monaten auf einige Stunden! Abgelöst durch die Funktechnik wurde die Telegrafenlinien allerdings schon ab 1920 nach und nach stillgelegt. Was für ein Aufwand für wenige Jahre.

Der Weg weg vom Highway und hin zu den Pebbles …
… ist wieder mal mit meinem Lieblingsbelag gepflastert
Nettes Arrangement
Die Telegrafenstation, auch ein Symbol für die schnellen Veränderungen durch den sogenannten Fortschritt
Vor der Station haufenweise Galas


Wir bleiben eine Nacht in Tennent Creek. Ein Ort mit hohem Anteil an Aborigines und hoher Kriminalitätsrate. Der Ort wirkt heruntergekommen, die Grundstücke sind oft mit hohen Zäunen umgeben, nachts ist es laut, es gibt offenbar viel Streit in den Reihen der Ureinwohner. Die diesbezügliche Situation ist verfahren und die Stärkung der Rechte für die Aborigines nebst Landrückgaben haben die problematische Verhältnisse scheinbar nicht entscheidend verbessert.

Tennent Creek hat uns nicht gefallen …
… das Graffiti schon

Die Devils Marbles sind wieder mal ein landschaftliches Highlight auf der Strecke. Wir wandern durch die Steinkolosse und man fragt sich ein ums andere Mal, wie solche erstaunlichen Gebilde wohl entstanden sind.

Spielplatz für Riesen
Mit den Murmeln spielen macht echt Spaß, …
… jetzt noch kurz nach oben damit und das Steinmännchen ist fertig!
Endlich ausruhen
Einfach cool

Eigentlich wollen wir beim schrägen Barrow Creek Roadhouse übernachten, es herrscht aber eine irgendwie ungute Atmosphäre und so übernachten wir lieber ein paar Kilometer weiter auf einem kleinem Rastplatz am Highway.

Wieder ein schräges Roadhouse
Die Atmosphäre changiert zwischen gemütlich und chaotisch, …
… der Verkaufstresen wirft einige Fragen auf

Wir passieren den Aileron Campground, der bekannt ist für seinen kleinen Shop mit Aborigine Kunst und stoppen dort. Der Laden ist leider geschlossen, aber die beeindruckenden, großen Figuren im Freien allein lohnen den Besuch.

Wirklich beeindruckend gemacht: der Mann …
… und seine Frau mit Kind und Haustier
Schon mit dem Haustier wäre ich wohl ziemlich überfordert
Und weiter gehts auf dem flimmernden Highway


Nach tagelanger Fahrt durch einsame, endlose Weiten erreichen wir Alice Springs am 19.7. nach 8.600 gefahrenen Kilometern. Die Stadt mit etwa 24.000 Einwohnern liegt ziemlich genau im Zentrum von Australien. Zuerst fahren wir auf einen Aussichtspunkt mit Blick über die Stadt um einen ersten Eindruck zu bekommen. Hier, wie in Tennent Creek, ist die Kriminalitätsrate sehr hoch, allerdings wirkt diese Stadt ansprechender und lebhafter. Sie ist natürlich, auch aufgrund der Umgebung, deutlich touristischer.

Wichtige Zwischenstation …
… eingebettet in die westlichen und östlichen MacDonnel Ranges

Der erste Morgen überrascht uns mit 6 Grad im Camper, das Wetter ist wolkenlos aber es ist, zumindest im hiesigen Winter, hier nachts durchaus wüstentypisch zapfig kalt.
Unser Besuch auf dem Sonntagsmarkt mit vielen einheimischen (Kunst-)Produkten gefällt uns da schon besser und es gibt nette Lokale mit gutem Essen.

Abwechslungsreicher kleiner Markt …
… und leckeres Essen, was will man mehr?

Auch unsere Wanderung im Desert Park, mit Dingo- und Vogel-Vorführung ist interessant und teils verblüffend. Neben bekannten Tieren sehen wir auch diverse Tiere, wie z.B. viele nachtaktive Tiere im Dunkelhaus, die wir in der freien Wildbahn wohl kaum einmal zu Gesicht bekommen werden.

Schön angelegter Park mit bekannten und eher unbekannten Tieren
Interessante Vorführungen mit Dingos und verschiedenen Vögeln
So macht man ein Emu-Ei auf!

Nächste Ziele sind die beiden MacDonnel Ranges im Osten und Westen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.