11. Im roten Zentrum

Wir befinden uns im Zentrum von Australien, im tiefsten Outback: fast immer schönes Wetter, kalte Nächte, Sand, Felsen, Gras, Büsche, kleine Bäume und lästige Fliegen! Es gibt diverse Nationalparks, deren Campgrounds alle zentral von der Regierung verwaltet werden, alle äußerst einfach (Plumpsklo) und meist komplett belegt, oder man steht irgendwo frei an teilweise herrlichen Plätzen (dies ist jedoch nur außerhalb der Parks geduldet).

Kleiner Tip: nimm dir etwas Zeit und zum Anschauen einen richtigen Bildschirm!

Wir fahren für zwei Tage in die East MacDonnel Range. Dort machen wir zuerst eine kleine Wanderung in die N’Dhala Gorge. In dieser Schlucht gibt es diverse, einfache Darstellungen, die von den Ureinwohnern mittels zweier Steine (einer spitz, als Meißel) in die Felsen geritzt/geschlagen wurden. Man kann hier gut erahnen, wie die Punkt-/Strich-Technik der späteren Malereien einmal entstanden ist.

Wohnhöhle der Ureinwohner in der N’Dhala Gorge
Permanente Wasserlöcher waren für die Aborigines lebenswichtig
Die Anfänge der Bildsprache


Dann geht es zum Trephina Gorge Nature Park, wo wir auf dem Campground übernachten und eine schöne Wanderung durch die und über der Schlucht machen.

Felszeichnungen dürfen auch hier nicht fehlen
Blick vom oberen Rand der Schlucht


Ebenfalls in der Nähe wandern wir die spektakuläre Kette-der-Teiche Wanderung (Chain of Ponds Walk) durch eine Schlucht. Diese Wanderung würde es in einer fiktiven Rangliste der besten Wanderungen in meinem Leben ziemlich weit nach oben schaffen. Bereits die Anfahrt hat es in sich. Allradantrieb und große Bodenfreiheit sollte man mitbringen, sonst kann schnell das Material leiden. Große Fahrzeuge oder Trailer gehen eher nicht. In jeder Hinsicht ein Erlebnis-Juwel.

Auch eine Anfahrt von nur vier Kilometern kann ganz schön lang werden …
… ist aber die Mühe wert!
Spannend und wunderschön, mehr geht eigentlich nicht


Auf dem Rückweg nach Alice Spings sehen wir uns noch den mit 34m Höhe größten, geschätzt dreihundert Jahre alten Ghost Gum Tree (Eukalyptusart) an, einen besonderen Felsen und zwei Felseinschnitte (jeweils mit Wassertümpel). Jeder dieser Orte ist den Aborigines „heilig“. Rundherum jedoch werden, wie gefühlt fast überall, Rinder gezüchtet.

Der Riese unter den Ghost Gum Trees
Ein Felskamm …
… und Wasserlöcher in Felsdurchbrüchen


Wir bleiben nochmal zwei Tage in Alice Springs, an denen wir das Kunstmuseum besuchen und schon mal die Genehmigungen für zwei Strecken auf unserem Weiterweg bei der lokalen Verwaltung der Aborigines beantragen, da diese Strecken durch deren Land führen.

Traditionelle und moderne Kunst der Aborigines


Es geht weiter in die West MacDonnel Range, die (kümmerlichen) Überreste eines ehemals mehrere Kilometer hohen Gebirges, das vor 800 Mio. Jahren aus den Ablagerungen eines großen Binnenmeeres entstanden ist. Heute ist der Mt. Sonders, der etwa 800m hoch aufragt, eine der höchsten Erhebungen in dieser Gegend. Entlang der Strecke reihen sich diverse sehenswerte landschaftliche Perlen auf, wie auf einer Perlenschnur. Wir lassen uns 4 Tage Zeit und übernachten an großartigen Plätzen.

Entlang der MacDonnel Range
Landschaftliche Perlen: Simpsons Gap
Schmale Felsspalte, die Standley Chasm
Ellery Creek Big Hole
Übernachtungsplatz …
… mit erhöhtem Blick über die MacDonell Kette …
… und einem Abendhimmel vom Feinsten
Weiter gehts mit der Serpentine Gorge vorderer Teil …
… und Blick nach hinten
Ochre Pits …
… hier haben sich die Aborigines verschiedene Ocker-Farben geholt
Blick in die Orniston Gorge hinein …
… in der Schlucht …
… und Blick von oben
Glen Helen Gorge
Ausichtspunkt im Gosse Bluft Meteoritenkrater, in den man hineinfahren kann

Die Mereenie Loop (140km Sand-/Schotter-Strasse) führt uns zum King’s Canyon, einem der größten landschaftliches Highlights im Zentrum. Erwartungsgemäß hat der Loop mich wieder einmal fluchen lassen, ein beträchtlicher Teil ist echt böses Wellblech und unser armer Camper muss es „ausbaden“. Allerdings sehen wir immerhin viele schöne, wilde Pferde und finden wieder einen dieser WOW-Übernachtungsplätze.

Wilde Pferde …
… und Kürbisse (?)
Wieder einer dieser wunderbaren Übernachtungsplätze …
… mit weitem Blick übers Land …
… und ausnahmsweise …
… gibt es selbstgebackenen Karottenkuchen

Als wir am King’s Canyon ankommen, machen wir gleich noch zwei Wanderungen: in die besagte Schlucht (ganz nett) und oben um die Schlucht herum, eine 6 km Hammer-Wanderung in unglaublicher Fels-Landschaft, die allein den Besuch hier lohnt.

Zuerst zum Aussichtspunkt in der Schlucht
Dann geht es hinauf zum Rand der Schlucht …
… und dann beginnt wieder mal eine Landschaft, die erstaunlicher kaum sein könnte
Atenberaubend!

An den dortigen Campground haben wir aufgrund des Preises hohe Erwartungen, die leider nicht erfüllt werden. Immerhin gibt es ein Restaurant und einen Sundowner Platz mit Blick auf die George Gill Bergkette, wo wir den Tag bei einem Glas Wein ausklingen lassen. Gleich über unserem Stellplatz sitzen tagsüber zwei Papageien in einem Baum und quatschen in einer Tour. Papageien eben, lustig.

Sundowner Blick

Ein genialer Tag geht zu Ende.

Eine Antwort auf „11. Im roten Zentrum“

  1. Hallo Ihr beiden.
    Heute hat mir ein früher Fahrstopp entlang des Alaska-Hwy. die Möglichkeit gegeben, nochmals in Ruhe ins „rote Zentrum“ Australiens einzutauchen. ( mit großem Bildschirm😉)
    Die berauschend rote Farbpalette der Felsformationen bei Euch steht gerade im Gegensatz zu der grau – blau- grünen Farbe, die uns seit 100erten von km begleitet. Mit Vergnügen bin ich im Film den Weg zur Chain of Ponds Walk mitgeholpert.(…… bei uns wäre häufiger ein Fahrerfluchen zu hören), vmtl. seid Ihr disziplinierter😜.
    Alles in allem geniale Bilder.
    Weiterhin gute Fahrt. Grüße Doris und Josef

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