18. Von Port Lincoln bis Beachport


Im Inland gibt es zur Zeit eine ungewöhnliche Hitzewelle (teilweise mehr als 45 Grad), ein paar Kilometer weiter wüten große Buschbrände (allein gestern gab es 60 neue Buschbrände drüben in Victoria), wir sitzen hier bei kühlem, stürmischem Wetter (zwischendurch regnet es ein wenig) und zuhause gibt es grade einen Wintersturm.
Aber zum Bericht…

Auf unserem schönen Campground…
… werden wir immer wieder von Gruppen von Galas (den kleinen, rosa Kakadus) besucht

In Port Lincoln werden auch Weizen und Gerste aus dem Umland verschifft. Hier im Süden ist eine der Kornkammern von Australien. Die Kapazitäten dafür sind erstaunlich. In den hiesigen Silos können 400.000 Tonnen Getreide zwischengelagert werden. Pro Stunde können bis zu 1.000 Tonnen Getreide in die Silos verbracht und bis zu 3.000 Tonnen auf Schiffe verladen werden. Unter der Entladestation steht ständig eine Schlange von Road Trains, auch über Weihnachten.

Der Umschlagplatz für Getreide

Von Port Lincoln geht es 400km hinauf nach Norden, vorbei an Port Augusta in das kleine Nest Quorn, von wo es dann weiter zum Wilpena Pound in die Flinders Range (einigen kleinen Bergketten mit bis zu 1.100m hohen Gipfeln) geht, in denen man rumfahren und wandern kann.

Wir fahren durch endlose Getreidefelder, die meist schon abgeerntet sind
Silo-Kunst: immer mal wieder sind unterwegs Getreidesilos (für die Zwischenspeicherung) großflächig bemalt

Quorn, früher ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, ist inzwischen in der Bedeutungslosigkeit versunken, hat sich aber trotzdem einen gewissen Charme, und eine beliebte, nur noch für touristische Zwecke betriebene Dampfeisenbahnstrecke (zur Zeiit nicht in Betrieb) bewahrt.

Die Namen erzählen noch von früherer Größe…
Hier in der Gegend wurden sogar etliche Filme gedreht!

Das Getreidesilo im Ort wird jeden Abend als Leinwand für ein kostenloses Open Air Kino verwendet. In den verschiedenen kurzen Filmen geht es um die Geschichte des Ortes und um das Erbe der hier ansässigen Aborigines.

Inteeressantes Kino der anderen Art mit großer „Leinwand“

In der Flinders Range, 120km weiter, bleiben wir zwei Nächte im Wilpena Pound, einem 6 x 8 km großen Talkessel, der von zwei Bergketten umrahmt wird.

Auf dem Weg in die Flinders Bergkette (im Hintergrund) fahren wir mal wieder an einem Emu vorbei …
… und besichtigen eines der gescheiterten Schaffarm-Startups in dieser Gegend

Leider untergraben die Temperaturen jenseits der 35 Grad Marke die Motivation zu wandern doch ganz erheblich und so beschränken wir uns auf eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt, die wir um 6:00 beginnen. Ab 10:00 ist von jeglichen körperlichen Anstrengungen eher abzuraten.

Unsere Wanderung geht durch einen schönen Wald…
… hinauf zu einem Aussichtspunkt auf einem Bergkamm
Das ganze für eine eher bescheidene Aussicht

Danach fahren wir (dank Klimaanlage im Auto) eine lohnende Runde auf einer Schotterstraße durch die Flinders, die durch eine außergewöhnliche Landschaft und eine kleine Schlucht führt. Wir sehen viele Kängurus (darunter auch hübsche Fels-Wallabies) und Emus. Am Ende der Fahrt stehen wir kurz vor Sonnenuntergang noch auf einem schönen Aussichtshügel.

Durch eine interessante, hügelige Landschaft …
… und durch eine Schlucht, in deren Wänden Fels-Wallabies in Felshöhlen wohnen sollen
Und tatsächlich
Hier in der Wand sitzt eines der hübschen Tiere ganz entspannt vor seiner Höhle
Dreifarbig, mit geringeltem Schwanz und still sitzend …
… oder mit Höchstgeschwindigkeit
Gegen Ende der Fahrt geniessen wir am Abend noch den Blick über die Landschaft …
… während in der Ebene unterhalb große Gruppen von Kängurus und Emus grasen

Da es in den nächsten Tagen noch heißer werden soll, brechen wir unsere Zelte ab und fahren auf dem Weg nach Süden in Richtung Adelaide zunächst ins Clare Valley, wo es etwa 30 Weingüter gibt und wo u.a. angeblich der beste Riesling Australiens angebaut wird. Angefangen mit dem Keltern von Wein haben hier die Jesuitenpadres, weil sie dringend Messwein brauchten. 🙂

Auf dem Weg ins Clare Valley geht es wieder durch endloses Farmland mit Getreide oder Viehzucht …
… im Clare Valley gibts dann überall Wein

Es sind Sommerferien hier und so finden wir nur einen etwas abgelegenen Stellplatz ohne Wasser/Strom. Die Temperaturen nähern sich der 40 Grad Marke (nach Sonnenuntergang im Auto 37 Grad), was unsere Unternehmungslust ziemlich einbremst. Wir besuchen zumindest den kleinen, charmanten Ort Mintaro, in dem die vielen historischen Steinhäuser eine ansprechende Atmosphäre erzeugen.

Mintaro ist ein hübscher kleiner Ort …
… mit schönen gepflegten alten Häuschen
Auch bei den Jesuitenpadres kann man gepflegt deren Messweine (?) verkosten
Zufällig haben wir auch herausgefunden, dass Pu der Bär in einem kleinen Vorgarten in Mintaro wohnt

Im Raum Adelaide gibt es jetzt um die Silvesterzeit praktisch keine freien Stellplätze mehr, deswegen mieten wir uns kurzentschlossen 4 Nächte in einem sehr zentral gelegenen Hotel in Adelaide ein, wo wir unseren Camper im Hof parken können.

Bild der Stadtplanung. Z.B. das goldene Gebäude vorn links wird erst noch gebaut
Im Zentrum der übliche Mix aus Alt und Neu
Die sehr hübschen alten Arkaden laden zum Bummeln ein

Wir besuchen das freie (!) Silvesterevent der Stadt. Es gibt den ganzen Abend Live-Musik, Essen und Getränke. Das ganze ist ein riesiges Happening. Die Wiesen auf dem Festivalgelände sind von Familien und sonstigen Gruppen bevölkert (sehr viele Inder und Asiaten), die auf Decken sitzend, die Musik genießen und auf das Feuerwerk warten.

Das Neujahrs-Event findet in einem Park im Grüngürtel um das alte Stadtzentrum statt
Die Stadt lässt es krachen, privates Feuerwerk gibt es nicht
Im Gegensatz zu anderen Hauptstädten in australien gibt sich Adelaide beim Feuerwerk eher bescheiden
Prost Neujahr !

An den folgenden Tagen besuchen wir das Kunstmuseum (die Führung ist überaus interessant), den botanischen Garten (hier sehen wir auch eine Ausstellung der besten Natur- und Tierfotos von 2025) und sehen uns einige historische Gebäude an.

Die Kunstgalerie mit einer ineressanten Austellung zeitgenösischer Kunst
Durch die Erläuterungen unserer Museumsführerin …
… wird aus ablehnendem Kopfschütteln …
… oft überraschtes Staunen
Dieses große Bild wurde von 24 Künstlern gemalt
Ein paar Bilder vom Palmenhaus als kleiner Eindruck vom botanischen Garten


Wir flanieren durch den faszinierenden Zentralen Markt und durch das eher enttäuschende Chinatown Viertel, beide im Zentrum der Stadt gelegen.

Ich staune über all diese Mehlsorten
Was das Herz begehrt…

Weiter geht es ein paar Kilometer nordöstlich zum ganz hübschen Gorge Wildlife Park bei Cudlee Creek. Nachdem wir im Tierpark wieder mal schlafende Koalas gesehen haben, sehen wir einige Zeit später zum ersten Mal zwei wild schlafende Koalas einfach in den Bäumen am Straßenrand.

Wieder mal Kängurus streicheln
Diese kleinen Pinguine sind hier im südlichen Ausralien heimisch
Im Zoo schlafender Koala
Und wen man ein wenig spechtet …
… kann man auch mal einen „wilden“ schlafenden Koala sehen

Danach besuchen wir Grant (ebenfalls Explorer-Fahrer, kennen wir seit Queensland), der sich auf einem Campingplatz in der hier bekannten deutschen Siedlung Hahndorf einquartiert hat. Wir spazieren zusammen durch die supertouristische Hauptstraße mit ihren vielen Cafes und Restaurants, wo es vorwiegend „deutsche Spezialitäten“ gibt (u.a. verschiedenste Würste, natürlich Biere vom Hofbräuhaus und von Weihenstephan, etc.). Hier ist die Hölle los, wir können es fast nicht glauben und mit der Marke „Deutschland“ wird richtig Kohle gemacht.

Freudiges Wiedersehen mit Grant …
… und seinen Sausage Dogs („Wurst-Hunden“)
Im falschen Film ?
Nein, in Hahndorf!

Nächste Station ist Victor Harbour südlich am Meer. Wir bleiben drei Nächte auf einem Gemeinde-Campingplatz hoch am Hang mit herrlichem Blick hinaus aufs Meer, auf dem normalerweise viele Schulkinder campen. Obwohl jetzt zur Hauptsaison praktisch alle Campgrounds ausgebucht sind, ist es hier während der Ferien eher ruhig.

Platz mit Meerblick
Obwohl einiges los ist, war das Baden hier herrlich
Hier gibt es wohl auch einen Architekten, der seine Projekte komplett im Drogenrausch durchzieht

Eine ansprechende Wanderung zu und um eine dem Ort vorgelagerten Insel wird unser körperliches Rahmenprogramm. Über die Brücke zur Insel kann man auch mit der Pferdekutsche fahren, wobei die Kutsche eigentlich eher ein kleiner Eisenbahnwagon ist.
An einem Strand im Ort, an dem viel Betrieb ist, gehen wir auch mal wieder baden. Herrlich.

Über die Brücke gehts raus auf die Insel
Die faulen Zeitgenossen fahren mit der Kutsche rüber
Neben den weiten Blicken auf Küste und Meer trifft man bei der Wanderung auf solche Steinformationen

Nachdem wir uns die Mündung des Murray Rivers bei Goolwa angesehen haben, geht es 450km weiter die Küste hinunter, mit einem Zwischenstop in Strathalbyn (einem von Schotten gegründeten Ort mit einer Szenerie, die man sicher nicht in Australien erwarten würde), zum Örtchen Beachport.

Die Kirche in Strathalbyn
Unterwegs in Kingston treffen wir diesen grimmigen Zeitgenossen

Auf dem Campingplatz in Beachport sehen wir Justin und Russel wieder. Zuletzt haben wir uns am Anfang unserer Reise in Queensland gesehen! Wir sitzen einen Abend bei Bier und Wein zusammen und beobachten bei einbrechender Dunkelheit entzückt ein Wombat, das neben uns aus dem Gebüsch kommt um zu grasen. Ein frei lebendes Wombat hat uns noch gefehlt in unserer Tiersammlung.

Abendliche Zusammenkunft …
… mit Überraschungsgast

Auch die Küste bei Beachport ist absolut sehenswert.

Wildromantische Küste
Bei starkem Wind …
… gubt es auch schöne, große Wellen

Ich stelle diesen Bericht in Mt Garnier in den Blog. Wir sind hierher gefahren, um eine Hitzewelle im Landesinneren auszusitzen, bevor wir, wie eigentlich geplant, zum Mt Arapiles aufbrechen.
Heute sehen wir in der Feuer-App, dass es dort großflächig brennt. Die aktuelle Buschfeuer-Situation stellt sich in der Warn-App so dar:

Der blaue Punkt sind wir und wir wollen weiter nach rechts…

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