Im Inland gibt es zur Zeit eine ungewöhnliche Hitzewelle (teilweise mehr als 45 Grad), ein paar Kilometer weiter wüten große Buschbrände (allein gestern gab es 60 neue Buschbrände drüben in Victoria), wir sitzen hier bei kühlem, stürmischem Wetter (zwischendurch regnet es ein wenig) und zuhause gibt es grade einen Wintersturm.
Aber zum Bericht…


In Port Lincoln werden auch Weizen und Gerste aus dem Umland verschifft. Hier im Süden ist eine der Kornkammern von Australien. Die Kapazitäten dafür sind erstaunlich. In den hiesigen Silos können 400.000 Tonnen Getreide zwischengelagert werden. Pro Stunde können bis zu 1.000 Tonnen Getreide in die Silos verbracht und bis zu 3.000 Tonnen auf Schiffe verladen werden. Unter der Entladestation steht ständig eine Schlange von Road Trains, auch über Weihnachten.

Von Port Lincoln geht es 400km hinauf nach Norden, vorbei an Port Augusta in das kleine Nest Quorn, von wo es dann weiter zum Wilpena Pound in die Flinders Range (einigen kleinen Bergketten mit bis zu 1.100m hohen Gipfeln) geht, in denen man rumfahren und wandern kann.



Quorn, früher ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, ist inzwischen in der Bedeutungslosigkeit versunken, hat sich aber trotzdem einen gewissen Charme, und eine beliebte, nur noch für touristische Zwecke betriebene Dampfeisenbahnstrecke (zur Zeiit nicht in Betrieb) bewahrt.


Das Getreidesilo im Ort wird jeden Abend als Leinwand für ein kostenloses Open Air Kino verwendet. In den verschiedenen kurzen Filmen geht es um die Geschichte des Ortes und um das Erbe der hier ansässigen Aborigines.

In der Flinders Range, 120km weiter, bleiben wir zwei Nächte im Wilpena Pound, einem 6 x 8 km großen Talkessel, der von zwei Bergketten umrahmt wird.


Leider untergraben die Temperaturen jenseits der 35 Grad Marke die Motivation zu wandern doch ganz erheblich und so beschränken wir uns auf eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt, die wir um 6:00 beginnen. Ab 10:00 ist von jeglichen körperlichen Anstrengungen eher abzuraten.



Danach fahren wir (dank Klimaanlage im Auto) eine lohnende Runde auf einer Schotterstraße durch die Flinders, die durch eine außergewöhnliche Landschaft und eine kleine Schlucht führt. Wir sehen viele Kängurus (darunter auch hübsche Fels-Wallabies) und Emus. Am Ende der Fahrt stehen wir kurz vor Sonnenuntergang noch auf einem schönen Aussichtshügel.








Da es in den nächsten Tagen noch heißer werden soll, brechen wir unsere Zelte ab und fahren auf dem Weg nach Süden in Richtung Adelaide zunächst ins Clare Valley, wo es etwa 30 Weingüter gibt und wo u.a. angeblich der beste Riesling Australiens angebaut wird. Angefangen mit dem Keltern von Wein haben hier die Jesuitenpadres, weil sie dringend Messwein brauchten. 🙂


Es sind Sommerferien hier und so finden wir nur einen etwas abgelegenen Stellplatz ohne Wasser/Strom. Die Temperaturen nähern sich der 40 Grad Marke (nach Sonnenuntergang im Auto 37 Grad), was unsere Unternehmungslust ziemlich einbremst. Wir besuchen zumindest den kleinen, charmanten Ort Mintaro, in dem die vielen historischen Steinhäuser eine ansprechende Atmosphäre erzeugen.




Im Raum Adelaide gibt es jetzt um die Silvesterzeit praktisch keine freien Stellplätze mehr, deswegen mieten wir uns kurzentschlossen 4 Nächte in einem sehr zentral gelegenen Hotel in Adelaide ein, wo wir unseren Camper im Hof parken können.



Wir besuchen das freie (!) Silvesterevent der Stadt. Es gibt den ganzen Abend Live-Musik, Essen und Getränke. Das ganze ist ein riesiges Happening. Die Wiesen auf dem Festivalgelände sind von Familien und sonstigen Gruppen bevölkert (sehr viele Inder und Asiaten), die auf Decken sitzend, die Musik genießen und auf das Feuerwerk warten.



An den folgenden Tagen besuchen wir das Kunstmuseum (die Führung ist überaus interessant), den botanischen Garten (hier sehen wir auch eine Ausstellung der besten Natur- und Tierfotos von 2025) und sehen uns einige historische Gebäude an.








Wir flanieren durch den faszinierenden Zentralen Markt und durch das eher enttäuschende Chinatown Viertel, beide im Zentrum der Stadt gelegen.




Weiter geht es ein paar Kilometer nordöstlich zum ganz hübschen Gorge Wildlife Park bei Cudlee Creek. Nachdem wir im Tierpark wieder mal schlafende Koalas gesehen haben, sehen wir einige Zeit später zum ersten Mal zwei wild schlafende Koalas einfach in den Bäumen am Straßenrand.





Danach besuchen wir Grant (ebenfalls Explorer-Fahrer, kennen wir seit Queensland), der sich auf einem Campingplatz in der hier bekannten deutschen Siedlung Hahndorf einquartiert hat. Wir spazieren zusammen durch die supertouristische Hauptstraße mit ihren vielen Cafes und Restaurants, wo es vorwiegend „deutsche Spezialitäten“ gibt (u.a. verschiedenste Würste, natürlich Biere vom Hofbräuhaus und von Weihenstephan, etc.). Hier ist die Hölle los, wir können es fast nicht glauben und mit der Marke „Deutschland“ wird richtig Kohle gemacht.




Nächste Station ist Victor Harbour südlich am Meer. Wir bleiben drei Nächte auf einem Gemeinde-Campingplatz hoch am Hang mit herrlichem Blick hinaus aufs Meer, auf dem normalerweise viele Schulkinder campen. Obwohl jetzt zur Hauptsaison praktisch alle Campgrounds ausgebucht sind, ist es hier während der Ferien eher ruhig.



Eine ansprechende Wanderung zu und um eine dem Ort vorgelagerten Insel wird unser körperliches Rahmenprogramm. Über die Brücke zur Insel kann man auch mit der Pferdekutsche fahren, wobei die Kutsche eigentlich eher ein kleiner Eisenbahnwagon ist.
An einem Strand im Ort, an dem viel Betrieb ist, gehen wir auch mal wieder baden. Herrlich.



Nachdem wir uns die Mündung des Murray Rivers bei Goolwa angesehen haben, geht es 450km weiter die Küste hinunter, mit einem Zwischenstop in Strathalbyn (einem von Schotten gegründeten Ort mit einer Szenerie, die man sicher nicht in Australien erwarten würde), zum Örtchen Beachport.


Auf dem Campingplatz in Beachport sehen wir Justin und Russel wieder. Zuletzt haben wir uns am Anfang unserer Reise in Queensland gesehen! Wir sitzen einen Abend bei Bier und Wein zusammen und beobachten bei einbrechender Dunkelheit entzückt ein Wombat, das neben uns aus dem Gebüsch kommt um zu grasen. Ein frei lebendes Wombat hat uns noch gefehlt in unserer Tiersammlung.


Auch die Küste bei Beachport ist absolut sehenswert.



Ich stelle diesen Bericht in Mt Garnier in den Blog. Wir sind hierher gefahren, um eine Hitzewelle im Landesinneren auszusitzen, bevor wir, wie eigentlich geplant, zum Mt Arapiles aufbrechen.
Heute sehen wir in der Feuer-App, dass es dort großflächig brennt. Die aktuelle Buschfeuer-Situation stellt sich in der Warn-App so dar:

