Wegen all der Brände sind wir hin- und hergerissen bei der Frage, wie es weitergehen soll. Mount Gambier, wo wir etwas Zeit verstreichen lassen, bietet zumindest einige landschaftliche Attraktionen.
Auf dem Weg nach Mount Gambier sehen wir uns im Tantanoola Caves Conservation Park eine kleine, aber feine Tropfsteinhöhle an.



In Mount Gambier besuchen wir zwei Sinklöcher, also eingebrochene Höhlen. Es gibt sehr viele Höhlen in diesem Gebiet, viele davon sind mit Wasser gefüllt (einige davon ein Eldorado für abenteuerlustige Taucher).
Schon das Cave Garden Sinkhole ist absolut sehenswert, aber besonders das Umpherston Sinkhole mit aufwändig darin angelegtem Garten, verzaubert uns durch seine fast unwirkliche Schönheit.






Ebenfalls im Ort gibt es den seinem Namen alle Ehre machenden Blue Lake, wobei der Valley Lake, direkt daneben, grün ist.



Dann hatten wir uns eigentlich gerade entschlossen, aus nostalgischen Gründen doch Richtung Nordosten zum Mount Arapiles zu fahren, wo in den späten 90ern (?) das Wahnsinnsposter „Solo“ mit Stefan Glowacz entstand, der ohne Seil mit einer Hand an einer Dachkante über dem Abgrund hängt.

Doch dann probieren wir einfach mal, ob es eine Option gibt, kurzfristig auf die Monate im Voraus ausgebuchte Fähre nach Tasmanien zu kommen. Die Hotline setzt uns, die wir, überrascht von der Möglichkeit, etwas überfordert sind, einfach auf die Warteliste des übernächsten Tages.
Das heißt, wir müssen in zwei Tagen im Fährhafen von Geelong (bei Melbourne) sein, obwohl wir nicht wissen, ob wir tatsächlich einen Platz bekommen. Der Mount Arapiles ist leider gestrichen und wir machen uns, auf der Great Ocean Road, die Küste entlang auf den Weg. Die Fahrstrecke liegt an der Küste entlang bei etwa 550km.
Zunächst erreichen wir die Grenze nach Victoria, wo wir zu unserer Überraschung nicht wegen Gemüse und Obst, deren „Einfuhr“ verboten sind, kontrolliert werden.
Wir kommen an ein paar Höhlen vorbei, die schon vor tausenden von Jahren von den Aborigines genutzt wurden.


Kurz vor Portland machen wir einen Abstecher zu den Bridgewater Blowholes, wo es bei entsprechender Brandung Wasser aus Löchern in der Küste mit lautem Fauchen senkrecht nach oben drückt. Heute leider nicht. Aber dafür staunen wir über den Petrified Forrest hier, der eigentlich nicht wirklich aus versteinerten Bäumen besteht. Der Anblick dieser skurrilen Gebilde ist trotzdem überaus reizvoll.




In Warraboo schlendern wir durch die Straßen und (be)suchen dabei eine Reihe von Punkten einer Street Art Tour mit witzigen Skulpturen und hübschen Graffitis.




Die Übernachtung auf dem letztmöglichen Campground vor dem bekanntesten Abschnitt der Great Ocean Road mit den 12 Aposteln (von denen es heute nur noch 8 gibt) kostet uns unverschämte 110 AUD (auch von Campingpreisen von etwa 200 AUD/Nacht in dieser Gegend wurde uns berichtet).
Am nächsten Tag, und wir haben nur diesen einen Versuch, ist das Wetter eher bescheiden und an den Aussichtspunkten an der an sich herrlichen Küste sind wir über jeden Sonnenstrahl froh, um nicht allzu düstere Bilder zu erhalten. Sind wir am Anfang an den Aussichtspunkten noch fast allein, ändert sich das bei den 12 Aposteln schlagartig. Hier kann getrost von einer Massenwanderung gesprochen werden, die sich allerdings wirklich lohnt!








Hier erfahren wir, dass wir tatsächlich einen Platz auf der Fähre bekommen und deswegen müssen wir los, denn die Fähre geht heute Abend. Der weitere Weg an der Küste wäre mir zeitlich zu riskant, ein Weg durch’s Inland muss her. Gar nicht so leicht, denn viele Straßen sind wegen Bränden gesperrt. So fahren wir in einem kleinen Zickzackkurs, vorbei an Kreuzungen, wo die Nebenstraßen gesperrt sind und mit Rauchgeruch in der Luft hoch zur Schnellstraße, über die wir letztlich gut in der Zeit den Fährhafen erreichen.

Womit wir bis vorgestern überhaupt nicht gerechnet haben und nach insgesamt mehr als 20.000 km geht es am 14. Januar gegen 19:00 los: Tasmanien, wir kommen…





