14. Neustart mit mehr Urlaub als Abenteuer im Südwesten


Das Schwerste am Schreiben von Berichten ist, damit anzufangen. Also:

Bei 4 Grad und Regen verlassen wir am 9.11. München. Guter Zeitpunkt.

Bei der Zwischenlandung finden wir in Doha diesmal sogar den erstaunlich großen, exotischen Dschungel-Garten im Flughafen und sind beeindruckt.

Ein Dschungel in einem Kunstwerk inmitten der Wüste
Mehrere Szenarien mit Tieren lockern das Ganze augenzwinkernd auf

Am Montag, den 10.11. landen wir wieder in Perth (bei 30 Grad), holen unseren Camper ab, machen wieder im Freemantle Village Campground für einige Tage Station und lassen es ruhig angehen. Das erweist sich als sinnvoll, denn Temperatursprung und Jetlag haben uns einige Tage am Wickel.

Perth: überschaubare Skyline, ansonsten eher weitläufig
Wieder mal auf unserem Lieblingscampground in Freemantle

Trotzdem sind wir auch ein wenig unterwegs und sehen uns einmal Rottnest Island (den Namen „Rattennest-Insel“ erhielt die Insel 1619 von den niederländischen Entdeckern, die die niedlichen Quokkas irrtümlich für Ratten hielten). Wir umrunden die sehr touristische Insel mit dem Fahrrad, sehen uns die vielen wunderschönen Badebuchten an (Monika geht auch zweimal schnorcheln), sowie den Leuchtturm und treffen auch auf Quokkas, allerdings viel weniger als bei meinem ersten Besuch vor fast 10 Jahren. Am Ende des Tages gibt s noch etwas Aufregung, denn ich verliere den Fahrradschlüssel (oh Mann!).

Mit dem Fahrrad durch die hügelige Landschaft
Angeblich gibt es über 50 Strände auf der Insel, die meisten sind wunderschön
Monika erkundet furchtlos ein Wrack, mir ist das Wasser zu kalt
Einen schönen Leuchtturm gibt es auch
Und immer wieder Traumstrände
Der andere Grund für die Beliebtheit der Insel,…
… die süßem Quokkas

Auch das „Beerfest“ in Freemantle lassen wir uns nicht entgehen. 40 Brauereien haben hier einen Stand, jeweils mit etwa 5 .. 10 verschiedenen Bieren zum Testen. Leider ist der Wind ziemlich ungemütlich und außerdem haben ich (oh Mann!) nur Bargeld einstecken, wobei an den meisten Ständen „No Cash“ angesagt ist. Es gibt auch drei Live Acts, von denen 2 nicht schlecht sind.

Jeder Stand eine andere Brauerei oder Destillerie
Essen gibt es natürlich auch
Draussen auf der Strasse hat der Weihnachtswahnsinn begonnen

Los geht es am Meer entlang Richtung Süden. Die Gegend ist kultiviert, es gibt viele Weinbauern, einige Bierbrauer und etwas Viehzucht. Es ist, als fahre man durch einen riesigen Park mit wunderschönen Alleen und sorgsam gepflegte Landschaft. Die Straßen sind asphaltiert, an der Küste gibt es immer wieder wunderschöne Strände.

Immer mal wieder fährt man durch wunderschöne alte Alleen

In Singleton treffen wir uns mit den Berlinern Ines und Roland, die dort gerade ein „house sitting“ geniessen und verratschen dort mit den beiden Australien-Kennern einen halben Tag.

Weiter geht es durch Mandurah. Generell gehört der Streifen südlich von Perth am Meer entlang zur angesagten Wohngegend und so sieht man hier viele sehr schöne Häuser, teils mit Booten an verzweigten Wasserstraßen, die an Florida erinnern.

Bevorzugte Wohnlage …
… mit bescheidenen Häuschen

Wir sehen uns ein paar der witzigen, hölzernen „Giants“ an, von denen ein fleissiger Künstler 11 Stück in der Gegend verteilt hat.

Der grüßt freundlich die vorbeifahrenden Schiffe
Der freut sich über einen gefundenen Stein
Der sitzt im Wald, die Gesichter der Figuren sind jeweils aufwendig gestaltet

Wir werfen einen Blick auf den Wellington Staudamm auf dem 2021 der holländische Künstler Guido van Helten ein 8.000 qm große Fläche mit Bildern bemalt hat, die von lokalen Geschichten inspiriert sind.

Einer der größten Staudämme in Western Australien und ein ambitioniertes Kunstwerk

Am Ende der ersten Woche landen wir auf dem kleinen Campground „Potters Gorge“ im Wellington Forrest Nationalpark am gleichnamigen Stausee, wo es viele freche Papageien und Kookaburras („Lachender Hans“) geben soll. Am nächsten Morgen machen uns dann beim Frühstück tatsächlich einige der kleinen Diebe ihre Aufwartung. Einer schaffte es sogar, Monikas mit Butter und Marmelade geschmierte Semmel zu stibitzen und diese genüsslich zu verspeisen.

Frühstück mit Papageien
Der Kookaburra sieht sich das ganze von oben an
Mhhm, lecker, Semmel mit Butter und Orangenmarmelade
Immer wieder schön … 🙂

Der Busselton Jetty ist ein massiver Holzsteeg, der seit 1865, wo der erste 176m lange Abschnitt fertiggestellt wurde, in mehreren Schritten bis zu seiner heutigen Länge von 1,8 km ins sehr flache Meer gebaut wurde, um Holz zu verladen. Heute wird der Jetty nur noch als touristische Attraktion (hauptsächlich von hochmotivierten Freiwilligen vermarktet (!). Wir buchen eine Zugfahrt zum Ende des Jettys nebst Besuch des dortigen Unterwasser-Meeresobservatoriums. Die gemächliche Zugfahrt ist nett, die Geräuschkulisse erinnert mich an unsere unvergessliche Zugfahrt im Dschungel Ecuadors.

Busselton Jetty …
Am Ende jeder Fahrt verläßt die Lok die Schienen, dreht um und wird am anderen Ende wieder angehängt


Die Führung im Observatorium ist unterhaltsam und spannend. Wir können bis auf 9m unter den Meeresspiegel (bis zum dortigen Meeresgrund) hinunter gehen und die bunte Unterwasserwelt durch diverse Fenster beobachten.

Man blickt auf die dicht besiedelten Stützen des Stegs
Jeder Sonnenstrahl läßt Flora und Fauna sofort sehr bunt erscheinen


Nächste Station ist das Cape Naturaliste, wo wir verschiedene Strände, bekannte rote Felsformationen und den Leuchtturm anschauen. Das türkisfarbene Meer lässt die Szenerien wunderbar zur Geltung kommen.

Typischer Ausblick in dieser Ecke
Dieser Leuchtturm warnt vor einem vorgelagerten Riff, an dem früher viele Schiffe havarierten


Am darauffolgenden Tag fahren wir nochmal zu einigen bekannten Attraktionen wie dem Canal Rock, dem Aquarium, einem idyllischen Pool zum Schnorcheln, und zum Injidup Natural Spa, wo die Meereswellen über eine Felsbarriere hinweg in einen ruhigen kleinen Pool spritzen und schäumen. Ein großer Spaß für die zahlreichen Besucher.

Schnorcheln im Aquarium, wo das Wasser trotz Wellen ausserhalb schön ruhig ist
Superspot für die Instagram-Generation: das Natural Spa
In Erwartung der nächsten Dusche


Von unserem Campground bei Yallingup können wir zu Fuß zur Ngilgi Cave laufen, einer Tropfsteinhöhle, von denen es in der Umgebung einige gibt. Die Höhle ist ziemlich verzweigt, manchmal geht es nur sehr gebückt weiter und es gibt merkwürdige, wirre Tropfsteingebilde, die wir noch nirgendwo gesehen haben.

Durch große und kleine Räume
An manchen Stellen gibt es diese merkwürdigen „Spagettis“ (in Bildmitte)


Danach geht es nochmal an die Küste und wir fahren und laufen zu einem kleinen Kletterjuwel direkt am Meer, wo ich wieder mal sehnsüchtig die Kletterrouten besichtige. Auf dem Weg treffen wir auf zwei große schwarze Warane (?) und zwei Kängurus, eines davon etwa so groß wie ich!

Richtung Küste ist Wildniss angesagt
Stattlicher Bursche, gut getarnt
Ein Traum
Ein paar tolle, leichtere Routen gäbe es schon
Wie sagte schon Monaco Franze: a bissl was geht immer 😉


Da das Wetter in den nächsten Tage schlechter werden soll, wird es Zeit für ein wenig Genuss!

Wo sind wir gerade unterwegs…

2 Antworten auf „14. Neustart mit mehr Urlaub als Abenteuer im Südwesten“

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