21. Tasmanien („Tassie“), Teil 2

Wo fang ich an und wo hör ich auf? Die Kunst besteht hier im Weglassen. Also…

Erst hier in Hobart stellen wir fest, dass wir unser „festes“ Fähr-Ticket für die Rückfahrt kostenlos umbuchen können. So verschieben wir den Termin vom 31.1. auf eine Woche später, um etwas Stress raus zunehmen.

Nach unserer ersten Nacht stellen wir fest, dass heute Markttag ist. Traumwandlerisch perfektes Timing. Der Salamanca Markt in der Nähe des Hafens ist eine der größten Attraktionen in Hobart. Und tatsächlich ist die schiere Größe des Marktes beeindruckend, ebenso wie der Andrang. Das alte Stadtviertel, in dem wir schließlich parken, gefällt uns wegen der kleinen, gepflegten Häuschen.

Der Markt ist gut besucht und es gibt (fast) alles, z.B. …
… einen Bienenstock aus Glas, …
… dehydrierte Fruchtmischungen …
… und natürlich Musik
Wir parken in einem Viertel mit netten alten Häusern

Ausserdem besuchen wir (per Auto) den Mount Wellington Aussichtspunkt, der, auf über 1.200m Höhe liegend, durchaus Alpine Züge aufweist, denn wir starten ja auf Meereshöhe.

Mount Wellington Lookout; Blick aus einer Höhe wie beim Säuling auf Füssen
Der Gipfel des Mt. Wellington besteht aus seltsamen Steinsäulen

Auf der Fahrt nach Port Arthur kommen wir an einem langen Strand mit schönen Mustern im Sand vorbei, wie gemacht für Dronenbilder. Außerdem gibt es hier ganze Horden von winzigen Krabben zu bestaunen, die sich bei Annäherung im Sand verkriechen.

Was am Strand nur zu erahnen ist, …
… wirkt aus der Luft fast surreal
Hunderte winziger Krabben durchsieben den Sand nach Nahrung

An einem kleinen, witzigen Straßencafe (eine Art Wohnwagen) machen wir auf einen Capuchino Halt.

Cafe mit Ausblick

In der Pirate Bay machen wir bei dem Tesselated Pavement einen wunderbaren Spaziergang. Die Felsterrassen, auf denen sich ungewöhnliche grafische Muster gebildet haben, erwecken den Eindruck, als wäre hier das Ufer auf unterschiedliche Arten gepflastert worden.

Teile dieser Bucht …
… sehen irgendwie …
… gepflastert zu sein
Teilweise sieht es nach Kopfsteinpflaster aus
Der Kollege hat den Jackpot gefunden, jetzt muss er ihn nur noch knacken

Auch an einer sehr schön gestalteten Anlage an einem See, wo Lavendel angebaut wird, können wir nicht einfach vorbeifahren. Die Aufgabenteilung sieht dabei so aus: Monika fotografiert, Georg kriegt Kaffee und Kuchen. 🙂

Einfach schön

Auf dem Campingplatz bei Port Arthur hüpfen kleine Kängurus (Filander bzw. pademelons) herum und es gibt mal wieder viele kleine Papageien.

Eine der sieben Filander-Arten
Die Farbgestaltung wirkt ein wenig willkürlich, aber Hauptsache bunt

Ein Must-See in Port Arthur ist das Museum des früheren Strafgefängnisses, wo englische Straftäter mit hohen Haftstrafen landeten. Die reinen geschichtlichen Informationen sind interessant, berührender sind die herausgegriffenen, einzelnen Schicksale, die dort, stellvertretend für die große Zahl der Insassen, ebenfalls beschrieben sind. In der Zeit von 1830 bis in die 1850 kamen 12.000 Häftlinge hierher, davon bis zu 1.000 gleichzeitig. Das Gefängnis wurde 1877 geschlossen.

Wie eine kleine Stadt. Das Modell der alten Anlage
Neben gut restaurierten Gebäuden gibt es viele Ruinen
Die normalen Fußfesseln wogen (meine ich) etwa 8 KG, nach Fluchtversuchen allerdings bis zu 18 KG

Auf unserer Runde auf der Halbinsel machen wir auch einen kleinen Abstecher zur „Remarkable Cave“ (Nomen est Omen), diese entspricht auch dem südlichster Punkt unserer Reise.

Hier denkt man noch, was das soll?
Wenn man aber von der unteren Ausichtsplattform hinuterklettert an den Strand …
… findet man die verzweigte, …
… „Remarkable Cave“

Von Triabunna aus fahren wir per Fähre für einen Tag nach Maria Island, wo wir uns ein Fahrrad mieten. Auf unserer 25km Tour stoppen wir an den wunderschönen Painted Cliffs und am Four Miles Beach, wo unglaublich viele Muscheln den Strand pflastern. Auch die Fossile Cliffs sehen wir uns an und zu guter Letzt sehen wir gleich an der dortigen Ansiedlung beim Hafen drei Wombats. Toller Tag!

Die Insel sieht zunächst ncht sehr einladend aus (früher gab es hier eine Betonfabrk), …
… aber das ändert sich schnell
Mit dem Fahrrad geht es über die Insel
Die Painted Cliffs sind ein absolutes Highlight (nur bei Ebbe zu erreichen)
Ist das nicht unglaublich?
Diese giftige Lowland Copperhead kreuzt unseren Weg
Unten an den Fossile Cliffs …
… gibt es eine mehrere Meter dicke Schicht mit vielen Fossilien
Sobald das Kleine den Kontakt zur Mama verliert und das merkt, kuschelt es sich sofort wieder ran
Einfach zum Knuddeln

Auf unserer Fahrt nordwärts entlang der Ostküste darf auch die Halbinsel des Freycinet NP nicht fehlen, denn der Blick auf die Wineglas Bay gehört in praktisch jede Tasmanienreise. So läuft Monika zum entsprechenden Lookout, ich nehme mir den Mount Amos vor, der mit seinen unscheinbaren etwa 450m Höhe einen durchaus interessanten und anstrengenden Anstieg, sowie eine sehr schöne Aussicht bietet.

Blick auf die Wineglas Bay vom Mt. Amos

Wir passieren die Friendly Beaches nördlich von Coles, ebenfalls mit schönen Stränden. Ab hier gibt es viele kostenlose Campgrounds am Meer.

An diesem schönen Strand …
… will Monika es wieder ml wissen (ja, das Wasser ist immer noch kalt)

Da das Wetter allerdings mal wieder Zicken macht (es regnet ein paar Stunden ziemlich heftig, während es im Bergland schneit und bei unseren Reisebekanntschaften im Westen hagelt) und verbringen deswegen einen gechillten Nachmittag bei der Iron House Destillerie und Brauerei. Monika macht ein Bierverkostung, ich teste ein paar Whiskeys aus dem Haus. Die Whiskeys schmecken sehr gut, haben es aber „in sich“ (von 45% bis über 60%).

Das „Eisenhaus“ brennt (erst) seit 8 Jahren Whiskey
Ein Gedeck für die Dame …
… und was Scharfes für den älteren Herrn

Generell liegen die Temperaturen hier nachts typisch zwischen 10 und 15 Grad, tagsüber bei 20 bus 25 Grad, was ganz ideal für Wanderungen ist, zum Baden aber eher zu kalt, auch weil fast immer ein kühler Wind weht.

Wir kommen an der Shelly Beach vorbei und Monika freut sich, …
… denn Teile des Strandes bestehen nur aus Muschelschalen

Nördlich von St. Helens fahren wir in die sehr bekannte Bay of Fires (bekannt für rote Felsen, weißen Strand und türkises Wasser), ebenfalls eine feste Station in vielen Tasmanienreisen. Wir bleiben eine Nacht auf dem Jeanneret Beach Campground. Auch hier begegnen wir wieder den hübschen Filandern, die auf Tasmanien wirklich häufig vorkommen.

Typisches Bild vom Ende der Bucht mit den roten Felsen
Der Jeanneret Beach Campground liegt wunderbar zwischen zwei Buchten und er ist kostenlos

Wir fahren weiter nach Norden zum Mount William NP, wo es deutlich ruhiger zugeht, und übernachten auf dem Deep Creek Campground. Neben den wieder sehr malerischen Stränden stellen wir wenig überraschend fest, dass die kleinen Wallabies Gurken lieben. Gleich an unserem Stellplatz ist auch der Stammplatzbaum von einigen Kookaburras, deren schmutziges „Lachen“ uns immer wieder erheitert.

Auch hier sind die Strände wieder fast unwirklich schön
Da es hier ziemlich ruhig zugeht, sind die Tiere nicht sonderlich scheu
Mit ein paar Gurkenscheiben habe ich mir einen Freund „gekauft“
Niedlicher Kookaburra oder „Lachender Hans“

Jetzt geht es Richtung Devonport, bald geht unsere Fähre. In Derby bleiben wir nochmal zwei Nächte. Ich miete mir ein Trek E-MTB und fahre ca. 30km nur auf perfekten MTB-Trails im Wald an den Hängen hinter dem Ort. Monika besucht die ungewöhnliche Floating Sauna, eine Sauna mit großer Glasfront, die auf dem Derby Lake schwimmt.

Derby, ganz aufs Mountainbiking ausgerichtet (die Wälder sind dicht durchzogen mit Trails)
Tolles Spaß-Gerät für die Trails

Letzte Station vor Devonport (wo die Fähre abgeht) ist Beauty Point. Hier gibt es eine Seepferdchen-Aufzuchtstation (die diese Tiere in die ganze Welt verschickt), sowie eine Anlage mit Schnabeltieren und Ameisenigeln. Letztere repräsentieren die einzigen noch lebenden Tierfamilien der eierlegenden Säugetiere. Das Schönste an den beiden Führungen ist die Möglichkeit, diese exotischen Tiere aus nächster Nähe genau betrachten zu können.

Das Schnabeltier sieht wie zusammengebastelt aus
Die lustigen Ameisenigel laufen wie Waggeltiere und sind immer hungrig
Seepferdchen gehören zu den Knochenfischen und sind einfach nur eigenartig

Ganz besonders skurrile Vertreter sind die Seedrachen

Morgen abend geht es auf die Fähre zurück auf Festland.
Im Nachhinein sind wir sehr froh, dass wir es auf diese Insel mit ihren ganz eigenen Besonderheiten geschafft haben. Es gibt wirklich viele Tiere, exotische Pflanzen und wunderbare Landschaften. Ausserdem ist man hier ausserhalb der Städte und Farmen gefühlt sofort in der Wildnis. Hat uns sehr gut gefallen.

Unsere Route in Tasmanien

2 Antworten auf „21. Tasmanien („Tassie“), Teil 2“

  1. Wie erhofft ( und zu erwarten ! ) : Tolle Bilder und Beschreibungen !
    Überraschend die Tatsache, dass Georg sich in Ketten / an die Leine legen lässt !!

  2. das ist ja wirklich eine bemerkenswerte Insel!
    Die Painted Cliffs haben mich sehr an die Felsen in Petra in Jordanien erknnert.
    Gute Reise weiterhin!

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