Da reist man vor sich hin, (fast) alles ist wunderbar und dann bricht ein Krieg aus, der von wenigen … angezettelt wird und den alle anderen ganz ungefragt ausbaden und bezahlen müssen (der Dieselpreis ist z.B. quasi über Nacht von 1,70 AUD auf 2,40 AUD gestiegen). Es ist zum Mäusemelken…
Was haben wir so gemacht?
Von Iverloch fahren wir weiter die Küste runter in den Wilson Promontory, einen bekannten Park am südlichsten Punkt des australischen Kontinents, der zum Wandern und Baden an seinen Stränden einlädt. Die Vegetation in den bewaldeten Bergen ist üppig, durchsetzt mit den wunderschönen Baumfarnen.

Wir wandern auf den Mount Bishop, von dessen Granitgipfel man einen weiten Blick über den Park und die Küste genießen kann.

Der traumhafte Squeaky Beach ist stark frequentiert, seitlich läuft ein kleiner Bach ins Meer, während runde Granitfelsen die Bucht fotogen abschliessen.
Am Whiskey Beach, gleich nebenan, sind wir praktisch allein.




Auf einem Spaziergang am Abend auf einem alten Flugplatzgelände, das bekannt ist für seine Tierpopulation, sehen wir viele Kängurus und einige Emus.





Da wir im Park keinen Campingplatz bekommen, müssen wir abends wieder raus (Wilson Bay Holiday Park) und lassen es dann bei einem eintägigen Besuch bewenden, auch weil das Wetter schlechter werden soll.
Auf dem Weiterweg treffen wir auf eine Koala Mama mit ihrem Baby, die am Straßenrand entlang läuft und als wir anhalten auf einen Baum klettert.

Nächstes Ziel ist der Alpine NP, die Alpen von Victoria. Hierfür geht es zunächst an der Küste weiter und dann über Omeo Richtung Norden über unzählige Serpentinen in den Bergen 350km bis nach Bright. Die Fahrt auf der Alpine Road geht über den Pass am Mount Hotham, mit 1860m einem der höchsten befahrbaren Pässe in Australien. Hier oben gibt es ein Skigebiet und ab einer gewissen Höhe gibt es fette Schneestangen am äußeren Straßenrand, manche mit Schildern wie „rechts vorbeifahren“ (wenn links der Stange ein Abhang droht). Die Gewitterstimmung auf der Paßhöhe sorgt für die passende Dramatik.






Auf dem Riverside Campground in Bright (herrlich am Oven River gelegen), wo wir die angekündigten Schlechtwettertage aussitzen wollen, bleiben wir letztlich 6 Nächte. Hier, weg von der Küste hat es tagsüber sommerliche 30 Grad, sogar an den Regentagen bleibt es angenehm warm.




Unser erster Ausflug geht nach Falls Creek, einem Skiort, wo wir zufällig in einen MTB Downhill-Renntag der Jugendlichen geraten und ein wenig beim Training zusehen.


Hier gibt es ein Hochland mit vielen alten Hütten (etwa 80), von denen wir uns einige ansehen. Ganz früher wurden über den Sommer Rinder heraufgetrieben, ähnlich dem Betrieb auf unseren Almen.






Der zweite Ausflug führt uns zu zwei kleinen Orten, Beechworth und Yakandandah, in denen es einiges zu entdecken gibt.
In der Telegrafenstation hängt z.B. ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1901, der andeutet, dass es bald kleine kabellose Telegrafen geben könnte, die die Leute mit sich herumtragen um immer erreichbar zu sein. Damals eine sehr kühne Idee!




Dann fahren wir in den Mount Buffalo NP, besteigen „The Horn“ und den „Hump“, blicken auf die Cathedral und staunen über den wahrhaft riesigen „Balancing Rock“.








Ich laufe/kraxle noch eine echt interessante Runde durch große Felsen und eine steile, schmale Felsspalte.





Beim historischen Mount Buffalo Chalet stehen wir an einer großen Schlucht mit hohen Felswänden. Zum Abschluss des Tages gehts noch zu den Eurobin Wasserfällen beim „Ladies Bath“. Ein langer erlebnisreicher Tag.


Wir verlassen Bright und fahren in einem Bogen nach Norden und dann Osten auf der Upper Murray Great River Road. Der Murray River ist mit mehr als 2.400km der längster Fluss in Australien. Wir passieren den Lake Hume, einem 100 Jahre alten Stausee, auf dem großflächig noch immer sehr viele Bäume skurril aus dem Wasser ragen.


Unterwegs kreuzt ein großer Lace Monitor (Buntwaran) die Straße und klettert dann erstaunlich behende auf einen Baum. Und wir erfahren, dass die handtellergroßen (!) Bogong Motten, die hier leben, für die Aborigines geröstet eine Delikatesse waren.



Wir stellen fest, dass hier gerade ein langes Wochenende (Laborday) ist (alle sind also beim Campen) und bekommen gerade noch einen Platz auf einem kleinen Campground am Murray River.

Wegen des langen Wochenendes beschließen wir, doch über die Snowy Mountains (also Pampa) zurück hinunter ans Meer zu fahren, da wir in den nächsten Tagen an der Küste vermutlich kaum einen Platz bekommen werden.
Nach einem Tipp vom letzten Campground stoppen wir bei einem jährlichen, lokalen Groß-Ereignis in dem kleinen Örtchen Towong: dem Towong Cup den es seit 1871 gibt. Auf dem Gelände tummeln sich angeblich etwa 2.000 Besucher (entsprechend aufgebrezelt), die Rennpferde für die 7 Rennen kommen bis aus Melbourne. Großer Bahnhof mit Schaulaufen für die hiesige Prominenz im TURF Sport. Natürlich werden auch (vermutlich eher bescheidene Beträge) auf die Sieger gewettet. Bei jedem Rennen wird in fiebriger Aufregung der Zieleinlauf erwartet, danach löst sich die Spannung und es gibt (wie zu erwarten) die wenigen lachenden und die meist grimmigen Gesichter. Für uns auf jeden Fall ein sehr spannendes Erlebnis!





Jetzt geht es in den Kosciuszko Nationalpark, der großteils bereits in New South Wales liegt. Bei dem stundenlangen Gekurble sehen wir immer wieder den Mount Kosciuszko, mit 2.228m höchster Punkt auf dem australischen Festland. Wir übernachten auf zwei Campgrounds im Park, einmal idyllisch direkt am Swampy Plain River, einmal am Murray River. Abends sitzen wir mit unserem Nachbar John aus Melbourne (mit seiner heiß geliebten BMW GS) am Lagerfeuer. Auf der nahen Wiese grast eine kleine Herde der Grauen Riesenkängurus, die hier zahlreich sind. Auf den Wiesen des zweiten Campgrounds tummeln sich sogar mehr als 50 Kängurus (sogar wilde Pferde soll es hier geben).







Letztes Ziel dieses Berichts ist der Touristenort Eden, sehr hübsch am Meer gelegen. Wieder stundenlanges Serpentinenfahren, ein absolutes Eldorado für Motorradfahrer (wenig Verkehr, endlose Kurven in sehr schöner Wald-Landschaft)!

In Eden müssen wir natürlich abends noch den Aslings Beach Rock Pool testen. Herrlich!



Weiter geht es dann jenseits von Eden…


Hei Ihr beiden, jetzt dachte ich Ihr habt schon fast alles gesehen, dann kommen wieder so tolle Bilder 😃 einfach geil!
Lasst es Euch noch weiterhin so gut gehen! 😎
LG Sandra