23. Von Iverloch bis jenseits von Eden


Da reist man vor sich hin, (fast) alles ist wunderbar und dann bricht ein Krieg aus, der von wenigen … angezettelt wird und den alle anderen ganz ungefragt ausbaden und bezahlen müssen (der Dieselpreis ist z.B. quasi über Nacht von 1,70 AUD auf 2,40 AUD gestiegen). Es ist zum Mäusemelken…
Was haben wir so gemacht?

Von Iverloch fahren wir weiter die Küste runter in den Wilson Promontory, einen bekannten Park am südlichsten Punkt des australischen Kontinents, der zum Wandern und Baden an seinen Stränden einlädt. Die Vegetation in den bewaldeten Bergen ist üppig, durchsetzt mit den wunderschönen Baumfarnen.

Wieder ein Weg durchs Wunderland


Wir wandern auf den Mount Bishop, von dessen Granitgipfel man einen weiten Blick über den Park und die Küste genießen kann.

Am „Gipfel“ des Mount Bishop

Der traumhafte Squeaky Beach ist stark frequentiert, seitlich läuft ein kleiner Bach ins Meer, während runde Granitfelsen die Bucht fotogen abschliessen.
Am Whiskey Beach, gleich nebenan, sind wir praktisch allein.

Die Squeaky Beach ist gut besucht
Nicht zuletzt wegen der spektakulären Felsen …
… allerdings sollte man sich vor den Felsen in acht nehmen
Am ebenfalls sehr schönen Whiskey Beach, gleich nebenan, ist praktisch niemand

Auf einem Spaziergang am Abend auf einem alten Flugplatzgelände, das bekannt ist für seine Tierpopulation, sehen wir viele Kängurus und einige Emus.

Diese Wiesen sind beliebt …
… sowohl bei den Grauen Kängurus (teils mit Funksender) …

… als auch bei den Emus
Die Tiere hier sind an die Spaziergänger gewöhnt
Als Monika diesem hier zu nahe kommt, richtet es sich mal kurz zur vollen Größe auf !

Da wir im Park keinen Campingplatz bekommen, müssen wir abends wieder raus (Wilson Bay Holiday Park) und lassen es dann bei einem eintägigen Besuch bewenden, auch weil das Wetter schlechter werden soll.

Auf dem Weiterweg treffen wir auf eine Koala Mama mit ihrem Baby, die am Straßenrand entlang läuft und als wir anhalten auf einen Baum klettert.

Das „Kleine“ ist fast so groß wie die Mama

Nächstes Ziel ist der Alpine NP, die Alpen von Victoria. Hierfür geht es zunächst an der Küste weiter und dann über Omeo Richtung Norden über unzählige Serpentinen in den Bergen 350km bis nach Bright. Die Fahrt auf der Alpine Road geht über den Pass am Mount Hotham, mit 1860m einem der höchsten befahrbaren Pässe in Australien. Hier oben gibt es ein Skigebiet und ab einer gewissen Höhe gibt es fette Schneestangen am äußeren Straßenrand, manche mit Schildern wie „rechts vorbeifahren“ (wenn links der Stange ein Abhang droht). Die Gewitterstimmung auf der Paßhöhe sorgt für die passende Dramatik.

Die Stimmung an der Paßhöhe ist düster …
… dafür gibt es eine gute Aussicht
Ganz unerwartet passieren wir plötzlich den Arlberg
In höheren Lagen prägen streckenweise abgestorbene Bäume das Bild
Etwas weiter ein Fleck mit blühenden Strohblumen
Hier ein Beispiel für den feinen australischen Humor

Auf dem Riverside Campground in Bright (herrlich am Oven River gelegen), wo wir die angekündigten Schlechtwettertage aussitzen wollen, bleiben wir letztlich 6 Nächte. Hier, weg von der Küste hat es tagsüber sommerliche 30 Grad, sogar an den Regentagen bleibt es angenehm warm.

Die Gegend hier erinnert streckenweise an unser Alpenvorland
Der Bright Riverside Holiday Park: sehr schöner Platz (mit dankbaren Abnehmern für mein altes Brot) …
… direkt am Oven River …
… und nur 5 Minuten zurm Biergarten einer Brauerei, was will man mehr ? 😉

Unser erster Ausflug geht nach Falls Creek, einem Skiort, wo wir zufällig in einen MTB Downhill-Renntag der Jugendlichen geraten und ein wenig beim Training zusehen.

Wo im Winter der Skizirkus tobt, wird im Sommer Fahrrad gefahren
Beim Equipment ist das Beste gerade gut genug (und ja, ich war ein wenig neidisch!)
Schon beim Nachwuchs geht es voll zur Sache

Hier gibt es ein Hochland mit vielen alten Hütten (etwa 80), von denen wir uns einige ansehen. Ganz früher wurden über den Sommer Rinder heraufgetrieben, ähnlich dem Betrieb auf unseren Almen.

Australische Almhütte
Die Snow Gums liefern überall tolle Fotomotive
Noch eine Hütte in märchenhafter Lage
Die Hütten dürfen bei Notfällen bis heute als Unterkunft genutzt werden
An diesen Bäumen kann man sich kaum sattsehen
Es gibt unendlich viele Motive

Der zweite Ausflug führt uns zu zwei kleinen Orten, Beechworth und Yakandandah, in denen es einiges zu entdecken gibt.
In der Telegrafenstation hängt z.B. ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1901, der andeutet, dass es bald kleine kabellose Telegrafen geben könnte, die die Leute mit sich herumtragen um immer erreichbar zu sein. Damals eine sehr kühne Idee!

Alt, aber gut erhalten
Kleines Museum mit Morsegeräten und …
… mit erstaunlich visionärem Artikel von 1901 !
Was machen wohl die Mitglieder im Club des letzten Abendmahls ?

Dann fahren wir in den Mount Buffalo NP, besteigen „The Horn“ und den „Hump“, blicken auf die Cathedral und staunen über den wahrhaft riesigen „Balancing Rock“.

The Horn, mit 1723m die höchste Erhebung im Mount Buffalo NP
Gipfelanstieg und -plattform sind narrensicher eingerichtet
Der Blick am Horn geht weit übers Land
Vom Buckel (Hump) schaut man auf die Kathedrale (Cathedral)
Aus der Nähe sieht die Cathedral schon beeindruckender aus
Balancing Rock, ein Gigant (gottseidank hat jemand seinen Stock als Stütze geopfert)
Die Dimmensionen sind einfach beeindruckend
Ach ja, einen süßen kleinen (balancing) Torpedo Rock gibts auch noch

Ich laufe/kraxle noch eine echt interessante Runde durch große Felsen und eine steile, schmale Felsspalte.

Es beginnt ganz harmlos …
… mit vielen Eidechsen auf dem Weg, …
… dann plötzlich so, …
… dann so (ging grade noch so) …
… und dann etwa 20m die Spalte runter

Beim historischen Mount Buffalo Chalet stehen wir an einer großen Schlucht mit hohen Felswänden. Zum Abschluss des Tages gehts noch zu den Eurobin Wasserfällen beim „Ladies Bath“. Ein langer erlebnisreicher Tag.

Hohe Felswände in der Schlucht am Mount Buffalo Chalet
Lady Bath …
… und die Eurobin Wasserfälle (hier der obere) runden den Tag ab

Wir verlassen Bright und fahren in einem Bogen nach Norden und dann Osten auf der Upper Murray Great River Road. Der Murray River ist mit mehr als 2.400km der längster Fluss in Australien. Wir passieren den Lake Hume, einem 100 Jahre alten Stausee, auf dem großflächig noch immer sehr viele Bäume skurril aus dem Wasser ragen.

Überall auf dem verzweigten Stausee ragen Bäume aus dem Wasser

Unterwegs kreuzt ein großer Lace Monitor (Buntwaran) die Straße und klettert dann erstaunlich behende auf einen Baum. Und wir erfahren, dass die handtellergroßen (!) Bogong Motten, die hier leben, für die Aborigines geröstet eine Delikatesse waren.

Ein beeindruckendes Exemplar …
… eines Buntwarans
Hier wurde der Bogong Motte (?!) ein Denkmal gesetzt

Wir stellen fest, dass hier gerade ein langes Wochenende (Laborday) ist (alle sind also beim Campen) und bekommen gerade noch einen Platz auf einem kleinen Campground am Murray River.

Campground am Murray River

Wegen des langen Wochenendes beschließen wir, doch über die Snowy Mountains (also Pampa) zurück hinunter ans Meer zu fahren, da wir in den nächsten Tagen an der Küste vermutlich kaum einen Platz bekommen werden.
Nach einem Tipp vom letzten Campground stoppen wir bei einem jährlichen, lokalen Groß-Ereignis in dem kleinen Örtchen Towong: dem Towong Cup den es seit 1871 gibt. Auf dem Gelände tummeln sich angeblich etwa 2.000 Besucher (entsprechend aufgebrezelt), die Rennpferde für die 7 Rennen kommen bis aus Melbourne. Großer Bahnhof mit Schaulaufen für die hiesige Prominenz im TURF Sport. Natürlich werden auch (vermutlich eher bescheidene Beträge) auf die Sieger gewettet. Bei jedem Rennen wird in fiebriger Aufregung der Zieleinlauf erwartet, danach löst sich die Spannung und es gibt (wie zu erwarten) die wenigen lachenden und die meist grimmigen Gesichter. Für uns auf jeden Fall ein sehr spannendes Erlebnis!

Großer Bahnhof vor historischer Kulisse
Sehen und gesehen werden
Die Prominenz aus Füssen hatte sicher die längste Anreise
Vor jedem Rennen werden die teilnehmenden Pferde dem wettwilligen Publikum vorgestellt
Da kommen sie angeflogen

Jetzt geht es in den Kosciuszko Nationalpark, der großteils bereits in New South Wales liegt. Bei dem stundenlangen Gekurble sehen wir immer wieder den Mount Kosciuszko, mit 2.228m höchster Punkt auf dem australischen Festland. Wir übernachten auf zwei Campgrounds im Park, einmal idyllisch direkt am Swampy Plain River, einmal am Murray River. Abends sitzen wir mit unserem Nachbar John aus Melbourne (mit seiner heiß geliebten BMW GS) am Lagerfeuer. Auf der nahen Wiese grast eine kleine Herde der Grauen Riesenkängurus, die hier zahlreich sind. Auf den Wiesen des zweiten Campgrounds tummeln sich sogar mehr als 50 Kängurus (sogar wilde Pferde soll es hier geben).

Immer wieder sehen wir auf der Fahrt den Mount Kosciuszko
Traumplatz
Entspannte Plauderei am Lagerfeuer
Mit dem würde man gerne noch spielen …
… mit dem vielleicht eher nicht
Wie bei allen Familien gibts auch hier durchaus mal Stress
So viele Kängurus auf einem Haufen haben wir noch nie gesehen
Auch auf der Weiterfahrt müssen wir aufpassen

Letztes Ziel dieses Berichts ist der Touristenort Eden, sehr hübsch am Meer gelegen. Wieder stundenlanges Serpentinenfahren, ein absolutes Eldorado für Motorradfahrer (wenig Verkehr, endlose Kurven in sehr schöner Wald-Landschaft)!

In Eden ist der schönste Strandabschnitt dem Friedhof vorbehalten

In Eden müssen wir natürlich abends noch den Aslings Beach Rock Pool testen. Herrlich!

Am Ende des Strandes wartet der geniale Rock Pool auf uns …
Rund um den Pool branden die Wellen an
Im Pool kann man entspannt schwimmen

Weiter geht es dann jenseits von Eden…

Wo sind wir gerade unterwegs

Eine Antwort auf „23. Von Iverloch bis jenseits von Eden“

  1. Hei Ihr beiden, jetzt dachte ich Ihr habt schon fast alles gesehen, dann kommen wieder so tolle Bilder 😃 einfach geil!
    Lasst es Euch noch weiterhin so gut gehen! 😎
    LG Sandra

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