7. Ab in die Prärie …

Wir gehen buchstäblich durch ein Wechselbad der Temperaturen, kalte Tage und Nächte mit Frost wechseln sich ab mit teilweise sehr warmen Tagen, heute waren es 32 Grad mit den ersten Mücken!

Aber der Reihe nach…

Nach den Rainbow Falls ging es weiter entlang des Lake Superior nach Thunderbay am Ende des Sees. Dort besuchten wir das Fort Williams, ein Museum mit einem genauen Nachbau des größten Forts für den Pelzhandel um 1816. Ein sehr engagierter Mestize (Halbblut), ein „Schauspieler“, erklärt uns die Zusammenhänge und Abläufe im Pelzhandel in der damaligen Zeit. Wir erhalten praktisch eine zweistündige Privatführung, weil das Fort eigentlich noch nicht geöffnet hat. Die Führung ist sehr interessant und die Zeit vergeht wie im Flug. Das waren echt harte Zeiten!

Fort Williams - Apotheke
Fort Williams – Apotheke
Fort Williams - Pelzlager
Fort Williams – Pelzlager

Mit Zwischenstop bei den Kakabeka Falls (die „kleinen Niagara-Fälle“) geht es weiter nach Winnipeg. Auf dem Weg dahin überschreiten wir die Grenze von Ontario nach Manitoba.

In Winnipeg essen wir am Abend noch im Forks Market, alten Markthallen, die jetzt lauter kleine Essensstände enthalten. Obwohl Winnipeg ja scheinbar abgelegen in der Provinz liegt, beheimatet es mehr als 50 ethnische Gruppierungen, was man hier hautnah erleben kann. Wir besuchen auch den Zoo und das Manitoba Museum mit dem natürlichen und dem kulturellen Erbe der Gegend. Die Hauptattraktion des Zoos ist das Eisbärengehege mit Unterwasser-Glastunnel. Man kann über sich und neben sich den Eisbären beim Schwimmen und Tauchen zusehen. Zunächst wundern wir uns, warum ein Eisbär permanent immer wieder untertaucht, um jeweils minutenlang durch eine Scheibe unterhalb des Wasserspiegels zu gucken, bis wir sehen, dass er dabei den Seehunden beim Tauchen zusehen kann. Seehunde sind seine Lieblingsspeise…

Zoo in WInnipeg - Eisbär
Zoo in WInnipeg – Eisbär

In Manitoba wird das Gelände „langweiliger“, nicht mehr so sehr durchsetzt mit Seen, Hügeln und Wäldern, sondern mit riesigen Feldern. Weit verteilt stehen die Farmen mit ihren riesigen Getreidesilos, die man von Weitem sehen kann. Nach ca.5.000 km haben wir die Kornkammer Kanadas erreicht.

Kornkammer Kanada's
Kornkammer Kanada’s

Weiter geht es in den Riding Mountains NP nordwestlich von Winnipeg. Noch vor dem Parkeingang übernachten wir wild an einem Biberteich mit zwei Burgen und sehen am Abend den Bibern bei ihren Ausflügen zu. Außerdem zählen wir 12 verschiedene Vogelarten allein an diesem Teich. Am Morgen kommt der Farmer von nebenan vorbei und wir plaudern eine Weile. Er bringt den Bibern ihre Lieblingsfutterbäume, diese halten den Weiher durch ihren Damm instand und er kann dort Fische (Regenbogenforellen) züchten. Eine schöne Symbiose und ein herrlicher Flecken Natur!

Biber in seinem Reich
Biber in seinem Reich

Wir durchfahren den Nationalpark und schlagen unser Lager im Campground am Lake Audy im Norden des Parks auf. Kanada aus dem Bilderbuch. Weil es dort so schön ist, bleiben wir zwei Tage.

Traumplatz am Lake Audy
Traumplatz am Lake Audy
Ohne Kommentar ...
Ohne Kommentar …

Gleich neben dem Campground (ohne Service, also Plumpsklo, kein Wasser, kein Strom) liegt ein großes Areal, in dem Bisons leben. Sie sind nicht scheu und wir können mit dem Auto mitten durch die kleine Herde fahren. Am zweiten Tag sehen wir abends auch noch eine Bärin mit ihren zwei Jungen, die aber leider sofort ins Dickicht verschwinden, als sie uns sehen.

Bisons am Lake Audy
Bisons am Lake Audy

Auf unserem Platz werden wir außerdem immer wieder von einem winzigen Streifenhörnchen und einem Ground Squirrel (Erdhörnchen) besucht, die ziemlich frech und neugierig sind. Das Erdhörnchen spaziert z.B. ganz ungeniert in unsere Wohnkabine und checkt kurz ab, ob es da was zu Essen gibt.

Wenn das mal gut geht...
Wenn das mal gut geht…
freches Erdhörnchen
freches Erdhörnchen

Schweren Herzens verlassen wir diesen idyllischen Ort und fahren weiter nach Moose Jaw, wo in den 1920er Jahren (während der Prohibition) Al Capone sein Unwesen trieb. In einem Nachbau der alten Etablisments werden wir bei einer Führung über seine üblen Machenschaften aufgeklärt. Zu dieser Zeit war Moose Jaw ein einziger Sündenpfuhl. Hier sitzen wir jetzt zum 3. Mal in 4 Wochen auf einem richtigen Campingplatz, was auch seine Vorteile hat.

Zu guter Letzt: manchmal fürchtet sich unser kleiner Toyota auf dem Parkplatz beim Einkaufen. 😉

Groß, größer, Größenwahn...
Groß, größer, Größenwahn…

7 Antworten auf „7. Ab in die Prärie …“

  1. Hallo ihr Lieben
    Toller Blog und super Bilder.
    Da bekommt man wirklich Reisefieber.
    Georg schaut ja schon sehr relaxed aus. Weiter so …
    Liebe Grüße
    Steffi und Heinz

  2. Hallo Monika und Georg,
    wunderschöne Bilder, Bierbüchse und Grill, viele nette Tiere zum Anfassen nahe, eigentlich alles was das Herz begehrt.
    Beneide euch und freue mich immer über eure Berichte.
    Passt auf euch auf !
    VG Rosi & Peter

  3. Hey Ihr zwei,
    sehr schön alles..Sandra und ich schicken uns immer mal wieder den Link hin und her in der Arbeit wenn es News bei euch gibt :-). Ihr seids aber ja auch echt sehr fleißig beim posten, da ist das Lagerfeuer-Bier wohl verdient.
    Prost an euch beide, bin gespannt wie viel verschiedene Tiere Ihr auf der Reise noch seht wenn das in der Taktung weiter geht. Super!
    Martin & Sandra

  4. Eure Bilder sind genial !
    Es Ist 23.30, wir sitzen grad in Leogang und scrollen durch euren Blog. Toll & motivierend
    Gruß Doris & Josef

  5. Viele Grüße aus Petershausen!
    Ich schaue Eure Route auf Google-Maps 🙂
    Habe nun auch die tollen Fotos auf „Lieblingsbilder“ entdeckt!
    Danke, dass Ihr uns dran teilhaben lasst!
    Georg sieht sehr relaxed aus 😉
    Weiter so!

    1. Hallo Sabine,
      freut uns sehr, wenn es euch gefällt.
      Ja, der Platz am Lake Audy war ein Traum und sehr entspannend.
      Bei den Lieblingsbildern hinken wir immer etwas hinterher, wie man sehen kann.
      Das Ganze ist mehr Arbeit als man sieht.
      😉

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