Sieben Tage Rocky Mountains

Nach Banff, Lake Louise und Jasper, die „must see‘s“ in Alberta.

In Banff gibt es den Tunnel Mountain Campground mit einer Fläche von mehreren Quadratkilometern und über 1.200 Plätzen (in Deutschland hätte der gleiche Campground sicher locker 3.000 Plätze). Trotzdem sollte man im Sommer tunlichst reservieren. Aber jetzt im Mai kriegen wir locker einen Platz und weil das Wetter sehr schön ist (Theo würde sagen : kurz-kurz-Wetter) wandern wir auch gleich zu einem Aussichtspunkt auf das Fairmont Banff Springs Resort, einem beeindruckenden, preisgekrönten Luxushotel.

Fairmont Banff Spring Resort
Fairmont Banff Spring Resort

Die Gegend ist schon sehr malerisch, aber doch auch ähnlich wie in unseren Alpen. Am Abend geht es noch zu den Hot Springs, wo wir uns um 20 Uhr abends noch eine Stunde in dem 39 Grad warmen Pool im Freien aalen.

Banff - Hot Springs
Banff – Hot Springs

Beinahe ein Traumtag, denn leider fahre ich danach aus Überheblichkeit beim Rangieren auf unserem Campground ein Rücklicht kaputt. Ich Depp.

So vergeht der nächste Tag damit, aus den Scherben irgendwie ein funktionierendes provisorisches Rücklicht zu basteln. Erinnert an die Restauration von zerbrochenen frühgeschichtlichen Vasen. Zu meiner großen Erleichterung gelingt uns das sogar einigermaßen. Um hämische Kommentare zu unterbinden gibt es hiervon keine Bilder.

Nächste Anlaufstelle ist Lake Louise. Hier wandern wir vom Campground hoch zum See (wo es schon zugeht wie beim Almabtrieb), um diesen herum und hoch zum Plain of Six Glaciers Teahouse. Wir müssen hierfür diverse Lawinenstriche überqueren, was die Wanderung etwas beschwerlich macht. Hin und her sind das ~ 18km.

Lake Louise - Plain of Six Glaciers Wanderung
Lake Louise – Plain of Six Glaciers Wanderung

Der Blick von Fairmont Chateau Lake Louise Hotel über den See ist berühmt. Wie berühmt der See sein muss hört man an den vielen Sprachen, die die Touristen sprechen.

Lake Louise
Lake Louise

Am nächsten Tag fahren wir zum Lake Moraine im Tal der Ten Peaks. Auch dieser See liegt absolut malerisch und wir haben Glück, denn die Wintersperre der Straße zum See wurde erst vor 3 Tagen aufgehoben. Wir wandern den ganzen See entlang und machen viel zu viele Fotos. Am Ende des Sees baue ich ein ambitioniertes Steinmännchen, dessen Erscheinen in Fotokalendern ab 2019 mich nicht wundern würde. 😉

Lake Moraine - Georg's Stoamandl
Lake Moraine – Georg’s Stoamandl

Da das Wetter schlechter werden soll, entschließen wir uns am nächsten Tag, früher als geplant, über den berühmten Icefield Parkway nach Jasper weiterzufahren (ca. 250 km). Dieser Icefield Parkway ist ein absolutes Highlight in den Rockies, gespickt mit schönen landschaftlichen Szenarien und wir sind schon gespannt. Hier verlassen wir den Trans Kanada Highway, der in westlicher Richtung weiter nach Vancouver führt, während unsere Reise nach Norden geht.

Zunächst verfahren wir uns und sehen dadurch noch die Natural Bridge, wo ein richtiger Fluss an dieser natürlichen Brücke durch ein lächerlich klein erscheinendes Loch gepresst wird, und den grünen Emerald Lake.

Auf der Weiterfahrt über den Bow Pass machen wir am praktisch noch komplett zugefrorenen Bow Lake als auch am wunderschön blauen Peyto Lake ein paar Bilder.

Bow Lake
Bow Lake
Peyto Lake
Peyto Lake
Traummotiv Athabasca Fluß
Traummotiv Athabasca Fluß

Die Strasse führt immer wieder durch grandiose Bergketten, von denen teilweise Hängegletscherabbrüche herunterleuchten.

Icefield Parkway - Gletscher am Wegesrand
Icefield Parkway – Gletscher am Wegesrand

Nach dem zweiten Pass über 2.000m Höhe kann man mit Spezialbussen mit riesigen breiten Reifen ein Stück auf eine Gletscherzunge des Athabasca Gletschers hinauffahren. Da die Fahrt von vielleicht 500 Metern über 50 €/Person kostet, verzichten wir auf das Spektakel und laufen nur kurz zu der nicht mehr sonderlich beeindruckenden Gletscherzunge hin. Hier wie an fast allen Gletschern kann man den dramatischen Rückzug des Eises anschaulich nachvollziehen.

Athabasca Gletscher - Eistour Nepp
Athabasca Gletscher – Eistour Nepp

Auf dem weiteren Weg sehen wir uns noch die Sunwapta Falls an und übernachten dann am Honeymoon Lake auf dem gleichnamigen Campground, der wie zu erwarten an einem idyllischen kleinen See gelegen ist.

Sundowner am Honeymoon Lake
Sundowner am Honeymoon Lake

Am nächsten Tag geht es, vorbei an den beeindruckenden Athabasca Falls, weiter nach Jasper und dann gleich noch 50 km weiter in ein anderes Tal zum Maligne Lake mit der Spirit Island, einem der meistfotografierten Motive in den Rockies. Die 40-minütige Fahrt mit dem Boot dorthin kostet uns schlappe 100 € (alternativ kann man in einem ganzen Tag für die einfache Strecke mit dem Kanu hinpaddeln). Die Kulisse bei Spirit Island ist dann auch tatsächlich wunderschön.

Maligne Lake - Spirit Island
Maligne Lake – Spirit Island

Auf dem Rückweg geht es noch in den Maligne Canyon, ein vom gleichnamigen Fluss tief in den Fels geschnittene schmale, gewundene Schlucht (zwischen 2 und 5 Metern breit und geschätzt 30 bis 40 Meter tief).

Was für ein Tag !

Am Abend sind wir erschlagen von all den tollen Bildern und brauchen dringend Schlaf und einen Tag zum Erholen. Hierfür nutzen wir den Whistlers Campground bei Jasper. Dort geht es noch recht beschaulich zu und wir sehen zwei Spechtarten, kleine Präriehunde, Erdhörnchen und drei stattliche Wapiti Hirschkühe, die friedlich äsend und gar nicht scheu auf dem Campground umherwandern.

Nußdieb im Whistler Campground (Jasper)
Nußdieb im Whistler Campground (Jasper)

Sorry für den langen Beitrag, ich versuche, mich zu bessern.

8 Antworten auf „Sieben Tage Rocky Mountains“

  1. Hallo ihr Beiden,
    die Beiträge bloß nicht kürzen! Es ist so toll eure Reise anhand eurer Berichte zu verfolgen.
    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß.
    Die camLine Administration

  2. Es ist immer wieder so toll, eure Berichte zu lesen! Vielen Dank dafür – und sie können nicht zu lang sein, lieber Georg!
    Zu sehen, was ihr alles erlebt, die Geschichten dazu – das sind ganz tolle Einblicke und machen Lust darauf, selbst diese Gegenden irgendwann einmal zu besuchen!
    Macht bitte weiter so!!!
    Ganz liebe Grüße, Andrea

  3. Hallo, Ihr Lieben,
    Martin schreibt Euch ja immer, was auch ich empfinde,
    wir tauschen uns immer aus wie toll es bei Euch ist.
    Viel Glück und Begeisterung auch weiterhin.
    Mama

  4. Hei Ihr Beiden!!!!! 😃
    Schön zu sehen, dass es Euch gut geht! Es macht echt Spass Euren Blog zu verfolgen und die tollen und lustigen Bilder zu sehen. Da wäre man gerne dabei! Ein Traum!!
    Und apropos Saurier Ausgrabungen, ich möchte auch ein Moskito mit Dino-DNA
    😁
    Ich wünsche Euch weiterhin gute und unfallfreie Fahrt ! 😉 Weiter so!!

  5. Nur weiter so .. jeden Satz + Bilder mit Begeisterung gelesen/gesichtet :-). Dafür bleiben dann die Kommentare kurz. (würde Theo kurz-kurz sagen ?) Und hinsichtlich Motorhauben-Bär – „probierts mal, mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit..“

  6. Grad die Bilder gesehen & Doris ist ganz “hochtourig” wegen der Bilder ueber den Athabasca-River da sie dort 1983 fuer 6 Wochen gepaddelt ist…….
    Wir warten immer sehr gespannt auf euere “weekly-updates”.
    Jetzt noch eine Woche & dann geht’s fuer 4 Wochen Richtung Nordkap …..
    Liebe Gruesse an die Honeymooners am See 👍😊😎

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