17. Good Bye Kanada

Zum Abschluss unserer Kanada-Route verbringen wir noch zwei Tage in Vancouver. Die erste Nacht bleiben wir bei einem erhöhten Aussichtspunkt nahe dem Fährhafen stehen, von dem man einen schönen Blick über die Downtown hat.

Leider ist es diesig. In B.C. wüten aufgrund der großen Trockenheit seit Wochen viele Waldbrände, vor 2 Wochen waren es z.B. noch mehr als 300! Allerdings ist der Blick nachts auf die erleuchtete Stadt trotzdem sehr schön und so ist der Aussichtspunkt bis spät in die Nacht von Ausflüglern frequentiert.

Vancouver Waterfront Skyline
Vancouver Waterfront Skyline
Vancouver bei Nacht
Vancouver bei Nacht

Die nächsten zwei Nächte verbringen wir auf dem Burnaby Cariboo Campground, von dem aus man bequem mit dem Sky Train in die City fahren kann (auch aus Franz‘s Bericht abgeguckt).

Wir fahren zur Waterfront und bummeln am Hafen entlang bis zum Aquarium. Wir spendieren 80 CAD für uns beide und gehen rein. Wie bei den Butchart Gardens auf Vancouver Island sind wir nicht wirklich begeistert. Das mag zum Teil daran liegen, dass es sehr voll ist. Es gibt schöne Aquarien mit der einheimischen Flora und Fauna, einen tropischen Teil und Seehunde, Otter und Delphine. Erstaunlicherweise gibt es auch Schwerpunkte auf Quallen und Frösche. Wir sehen uns auch eine nette Trainingseinheit (mit Fütterung) der Seelöwen an, die sich trotz 400 bis 500 kg Gewicht richtig graziös bewegen. Das alles ist schön, aber es gibt keine echten Highlights. Generell habe ich auch nicht wirklich Spaß daran, wenn ich z.B. die verspielten Seeotter in ihrem begrenzten Gehege im immer gleichen Muster auf und ab schwimmen sehe.

Gefährliche Fee im Vancouver Aquarium
Gefährliche Fee im Vancouver Aquarium
Exotischer Schönling im Vancouver Aquarium
Exotischer Schönling im Vancouver Aquarium

Am zweiten Tag streifen wir noch durch Chinatown, einer eigenen Welt. Allein die Auslagen der Lebensmittelläden und Stände sind wirklich fremdartig.

Eingang nach Chinatown
Eingang nach Chinatown
Was wohl in all den Gläsern ist?
Was wohl in all den Gläsern ist?
Erstaunlich, was man alles essen kann
Erstaunlich, was man alles essen kann

Auf dem Rückweg zum Sky Train geraten wir versehentlich in eine andere Parallelwelt. Die Welt der Obdachlosen und Drogen. Bemitleidenswerte Gestalten stehen und liegen auf den Gehsteigen herum. Diese Szene hat nach Aussage eines Einheimischen stark zugenommen. Wir fühlen uns sehr unwohl und sehen zu, die Gegend schnellstmöglich zu verlassen. Nachdem wir dann als Gegenprogramm noch durch die Flaniermeile gelaufen sind, wo es nur so von teuren Autos wimmelt, fahren wir mit dem Sky Train zurück in unsere kleine, heile Welt. Große Städte sind nicht mein Ding. Am nächsten Tag verlassen wir endgültig Kanada.

Unsere Route durch Kanada
Unsere Route durch Kanada

Fazit zu Kanada: wir sind fast 20.000km durch Kanada gefahren und haben doch nur einen winzig kleinen Bruchteil gesehen. Kanada ist einfach riesig, mit weiten, wilden Landschaften, durchsetzt mit Bergen, Wäldern und unzähligen Seen (mehr als 100.000 Seen in einer einzigen Provinz !). Durch Verzicht auf den größten Teil des Dempster Highways haben wir auch von der Tundra nicht viel gesehen.

Wir haben deutlich mehr wilde Tiere gesehen als z.B. in Alaska, wo vermutlich auf alles geballert wird, was sich bewegt. In den Vereinigten Staaten wird es ähnlich sein.

Einige Tierbegegnungen, aber auch viele wunderschöne Übernachtungsplätze, werden mir besonders in Erinnerung bleiben.

In Bezug auf die Menschen bin ich ambivalent: einerseits sehr viele nette, freundliche und hilfsbereite Menschen (viel offener als in Europa), andererseits eine starke Amerikanisierung in Bezug auf Besitz und Konsum, den die Kanadier scheinbar auch durchaus gerne zeigen, obwohl sie ja „ganz anderst“ sind als die Amerikaner. An die monströsen Wohnmobile und Wohnanhänger kann ich mich immer noch nicht gewöhnen. Das wird aber in den USA sicher nicht besser.

Es gibt viele ethnische Gruppen, die scheinbar gut miteinander auskommen, Winnipeg war hier ein überraschendes Beispiel. Der französisch sprechende Teil ist aber nochmal speziell, in Quebec Downtown wähnt man sich eher in Frankreich.

Wir befürchten, dass wir die Freiheit, die man in Kanada (und auch in Alaska) genießt und die Begegnungen mit wilden Tieren in den Lower 48 (wie die Staaten in Alaska genannt werden) vermissen werden.

Würde ich eine Reise nach Kanada empfehlen? Auf jeden Fall. Am Besten in den Westen.

Würde ich nochmal hierherkommen? Um die Antwort drücke ich mich, bis ich noch etwas mehr von der Welt gesehen habe… 😉

4 Antworten auf „17. Good Bye Kanada“

  1. Liebe Monika, lieber Georg
    wir sitzen gerade beim Nachmittags-Kaffee mit selbsgemachten ( Selbst gepflueckten ! Zwetschgen ) und lesen euren Blog ….
    Tja : Eure Empfehlung werden wir in jedem Fall in Betracht ziehen !
    Bzgl. RV’s in den „lower 48’s“ : Da werd’s no schaun….. ( aber die ander’n schaun a …. wie’s nur moeglich ist 😉 ).
    Wir sind schon in die Marocco und Island – Planung eingestiegen und folgen somit euren Faehrten, wenn auch etwas zeitversetzt.
    Weiterhin alles Gute und viel Spass. Vielleicht klappts ja mit FL ( fuer euch ist immer ein Zimmer mit Bad und fließendem ( warmen ) Wasser und direktem Zugang zum Pool frei. !!
    Liebe Grueße aus PAF

    1. Hallo ihr beiden und vielen Dank für eure Kommentare.
      Auch wenn wir selten auf Kommentare antworten, lesen wir doch jeden einzelnen mit großer Freude.
      Wir hoffen ihr habt weiterhin Spass mit unseren Berichten und Lieblingsbildern.

      Auch eure Pläne nehmen ja inzwischen sehr spannende Dimensionen an. Freut euch auf die Realisierung !

      Grüße, Georg & Monika

  2. Enjoy your time in the USA…but do come back to the “west” of Canada in the Fraser Valley, as we have space for you to park. Travel safe our neighbors for a night, on Wibey Island, Washington.

    1. Hello Walter & Caroline,
      thank you once again, also for your good hints. 😉
      If you ever come to the south of Germany, you are welcome to visit and stay with us.
      Cheers!
      Georg & Monika

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